Hintergründe
Die von ARCA DAS CRIANÇAS entwickelte Arbeit ist für die in ihrem Einzugsgebiet lebende Bevölkerung von großer Bedeutung. Der Stadtteil wird von der einkommensschwachen Bevölkerung, vom mangelnden Dienstleistungsangebot und von unzureichenden pädagogischen und kulturellen Möglichkeiten zur Entwicklung der Kinder und Jugendlichen geprägt.
Die industrielle Entwicklung wirkte sich in der Region von „Capela do Socorro“ stark aus. Die Stadtviertel entstanden im Zuge der Ausdehnung des städtischen Gebietes aufgrund des Einwohneranstieges in São Paulo vor allem in den siebziger Jahren. Ohne städtische Infrastruktur sowie ohne Zugang zu sozialen Einrichtungen und fern von öffentlichen Verkehrsmitteln, errichteten die Bewohner ihre Häuser auf Grundstücken, für die sie in den meisten Fällen nicht über die erforderlichen Genehmigungen seitens der Behörden verfügten.
Seit 1975 ist die Bebauung in der Region von „Capela do Socorro“ dem Gesetz zur Erhaltung der Vegetation im Trinkwasserschutzgebiet sowie den gesetzlichen Bestimmungen zur gewerblichen Bebauung unterstellt. Die gesetzliche Regelung zum Schutz der Vegetation konnte jedoch die fortschreitende Bebauung und die damit einhergehende Zerstörung der Umwelt nicht verhindern. Die Folge war eine ungebremste Ausdehnung gesetzeswidrig angelegter Siedlungen. Die Anzahl solcher Armenviertel wird in der Region derzeit auf 220 geschätzt.
Mehr als die Hälfte der im Einzugsgebiet der Stadtbezirksverwaltung von „Capela do Socorro“ lebenden Bevölkerung weist eine hohe Bevölkerungswachstumsrate auf, eine der fünf höchsten Wachstumsraten in São Paulo.
Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren stellen die größte Altersgruppe dar, etwa 20% der örtlichen Bevölkerung. Diesem Prozentsatz nahe liegend ist die Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren. Ein Großteil der für den Unterhalt der Familie Aufkommenden verfügt über ein monatliches Einkommen von weniger als zwei Mindestlöhnen (ca. EUR 350.00).
Laut dem von der Staatlichen Stiftung zur Datenanalyse, SEADE, eingeführten Index Sozialer Gefährdung im Bundesstaat São Paulo (IPVS) weist die Region infolge der schlechtesten Einkommensverhältnisse, des niedrigen Niveaus schulischer Bildung, der hohen Anzahl an jungen Erwachsenen, die bereits für den Unterhalt der Familie aufkommen müssen und der hohen Anzahl an Kindern den höchsten Index auf.
Der Ruf, die Region mit der höchsten Kriminalitätsrate zu sein, in der die Anzahl an Ermordungen die Anzahl an eines natürlichen Todes Verstorbenen übersteigt, erfordert die besondere Aufmerksamkeit seitens der Behörden und Kirchen, sowie der öffentlichen Planung, die nach wie vor unzureichend ist, um den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung gerecht zu werden.
Die Präsenz von ARCA DAS CRIANÇAS im Stadtteil gibt den Familien Hoffnung und stellt für die Kinder und Jugendlichen einen Ort der Begegnung dar, der ihnen eine sinnvolle Alternative zum Leben auf der Strasse bietet. Es handelt sich um eine der wenigen Initiativen, die nebst einem vielseitigen Freizeit-, Schulungs- und Sozialangebot auch christliche, solidarische und ethische Werte vermittelt, die die Basis für ein glücklicheres und verheißungsvolleres Leben schaffen.